Jan 252012
 

Kurzprotokoll in Stichworten

Vernetzungstreffen

Attac stellt sich vor. Hervorgegangen 1997 aus einem Artikel der Monde Diplomatique, bei der die Forderung nach einer Tobin Tax (die über die Finanztransaktionssteuer noch weit hinausgeht) gestellt und angeregt wurde, eine Organisation zu bilden, die sich politisch hiermit befasst. Im Verlauf hat sich Attac aber weiter positioniert gegen neoliberale Ausbeutung. Dadurch wurden auch Themen wir Umweltschutz und Krieg und Frieden aufgenommen.

Frage, was Campact von Attac unterscheidet: Campact ging aus einer Attac-Gruppe hervor und ist etwas mehr national organisiert.

Gemeinsamkeiten von Attac und Occupy sind offensichtlich: hierarchiefrei, aktionistisch, kritisch gegenüber Sozialabbau und menschenverachtenden Strukturen und Institutionen. Attac versteht sich als Netzwerk, Occupy als Bewegung.

Frage von einem Individuum, ob Kriege nicht auch regulatorisch und damit notwendig seien. Darauf insgesamt Ablehnung und die Überzeugung, dass die Erde genug Ressourcen für alle Menschen hat.

Konkreter Vorschlag: Eine unangekündigte Aktion gegen ein Unternehmen, das mit menschenverachtenden Methoden Profit macht, gemeinsam von Attac und Occupy. Ein Attacie fordert, dann Flyer zur Aufklärung bereit zu stellen, um zu bilden. Dies findet allgemeinen Konsens.

Ist Kapitalismus gut für uns, weil wir davon profitieren? Eine Antwort ist: Wir sollten uns als Menschen weltweit verstehen und für die Menschen insgesamt ist Kapitalismus ausbeuterisch.
Weitere Antwort: Auch selbst in den Ländern, die vordergründig profitieren, könnte das Leben für die Menschen besser sein, wenn wir z.B. nicht Angst vor Umweltkatastrophen und Kriegen haben müssten.

Frage nach konkreten Zielen von Occupy, bzw. was ist die Alternative, die Vision, die Utopie?
Wir sind noch dabei, konkreter zu werden. Unsere Erklärung ist sehr allgemein gefasst, aber jeder einzelne Punkt könnte sofort zu konkreten Forderungen umformuliert werden. Darauf werden weitere Aktionen hinzielen, die z.B. bestimmte Institutionen (Frontex…) und Unternehmen angreifen werden.
Es gibt aber auch eine Strömung innerhalb von Occupy, die gegen klare Forderungen ist, da diese immer nur zu kurz greifen können. „Das, was ich mir erträume, ist so jenseits aller politischen Forderungen“.
Wir wollen nicht mehr auf die Politik vertrauen, unser Ziel muss ohne Politik die Gesellschaft ändern.

Vorschlag, ein „Schwarzbuch des Kapitalismus“ zu verfassen, in dem über ausbeuterische Unternehmen informiert wird.
Gegenvorschlag: Ein Schwarz-Weißbuch, das auch Alternativen bietet.
Z.B. andere Gesellschaftsformen, andere Lebensformen, andere Geldformen.

Frage: Wie können wir an die Leute herankommen, die weniger Energien haben, die weniger Wissen haben? Ein Vorschlag ist, mehr Bürgerbegehren auf den Weg zu bringen.

Vor- und Nachteile von Occupy und Attac:
Spontanität von Occupy
Planung und Organisation ist eine Stärke von Attac

Wie können wir es schaffen, kontinuierlich und anhaltend bewusstseinsverändernd die Menschen aufzuklären? Und dies, ohne dass die Aktionen zu schnell wieder verpuffen?
Auch mit etwas aufzuhören kann „für etwas sein“ bedeuten, z.B. Boykotte bestimmter Firmen und Banken.

Konkrete Aktion von Attac: weltweiter Aufruf, am 4. Februar gegen die derzeitigen Kriegsvorbereitungen vorzugehen.

Aktion 12. Mai bzw. Aktionswoche
1. Mai
gemeinsame Aktionen auch mit den Linken und Gewerkschaften, wobei es da auch Vorbehalte gibt.

Vorschläge für die weitergehende Vernetzung:
- Ein Mittelsmann/-frau von Attac und von Occupy
- oder AGs zu bestimmten Themen von beiden Lagern
- gemeinsam einen Leitfaden erstellen
- evtl. mehrere Mittelsmänner/frauen
- z.B. bei Occupyhamburg.org eine spezielle Internetseite / Plattform, in der immer aktuelle Aktionen und Austausch gepostet werden. Wenn möglich, auch von Attac ähnliches, z.B. im Newsletter.
- Es gibt eine spezielle Vernetzungsseite, mit der wir arbeiten können. de.liberdade365.com (lässt sich mit anderen Seiten und sozialen Netzwerken verknüpfen und funktioniert wie ein Kalender).

„Blitzlicht“ als Abschlussrunde
Fachwissen ist gefragt, da kann Occupy noch viel profitieren.
Anregung, auch Stadtorganisationen o.ä mit einzubeziehen.
Mit der Organisation vom 15. Oktober arbeiten, die schon Vernetzungstreffen haben.
AGs, die verschiedene Gruppen gemeinsam organisieren, ohne Label
Solange es möglich ist, positive Alternativen aufzuzeigen, werden immer mehr Menschen dazukommen.
Zusammenarbeit ohne zu starkes Zugehörigkeitsgefühl, mehr Zusammenstehen als Menschen.
Es geht auch darum, den Menschen, die noch nicht involviert sind, mehr Hoffnung zu geben.
Tous sommes sommes – Wir alle zusammen.
Es sollte zu einer sehr starken, großen Bewegung im Mai kommen. Ab 1. Mai!
Aufruf, Konten zu kündigen oder die Bank zu wechseln.
Auch wenn man nicht gleich das ganze System verändern kann, ist es dennoch sinnvoll, sich erst mal einzelne Ziele zu setzen, z.B. gegen die schwärzesten Schafe.
Mehr Flyer etc. verteilen, damit z.B. mehr Menschen an den Demos teilnehmen.
Gemeinsamer Flyer, der sich auf das Wesentliche konzentriert.
Aufruf von Attac zu den Antivattenfall-Lesetagen, es werden noch Autoren gebraucht! Z.B. eine Vorlesung in der Jurte.

Termine:
Vernetzung 15. Oktober: alle 2 Wochen freitags in der Werkstatt 3. 3.2.2012 ist das nächste Treffen, 10. Februar zusätzlich ein Extra-Treffen
Casablanca-Prinzip: Bewegung 20. Februar aus Casablanca jede Woche eine Demonstration, dabei wird der Stadtteil gewechselt.

Diese Treffen öfter machen, Austausch. Insgesamt sehr positives Feedback von allen.

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