
Am Samstag gingen in Berlin Tausende Flüchtlinge und UnterstützerInnen auf die Straße, um gegen Isolation und Abschiebung, gegen Residenzpflicht und Internierungslager zu demonstrieren.
Auch Aktivistinnen und Aktivisten von Occupy Hamburg beteiligten sich daran, um Solidarität zu zeigen und die Menschen tatkräftig zu unterstützen.
Unsere Botschaft dabei ist:
Flüchtlinge, Menschen, Ihr seid willkommen. Ihr seid Opfer kapitalistischer und neokolonialistischer Machtstrukturen, und Euer Protest ist auch unserer.
Occupy ist keine nur bankenkritische Protestbewegung, sondern Occupy ist ein Teil der großen, weltweiten Bewegung, die für Menschenrechte und folgerichtig gegen den Kapitalismus kämpft. Wir kämpfen Seite an Seite mit unseren Brüdern und Schwestern aller Länder, Hautfarben und Nationen.
Ein Wochenende in Berlin, ein Wochenende zwischen Englisch, Französisch, Arabisch, Suaheli, Spanisch und der Sprache, die uns alle eint, der Musik. Wir waren nicht Gäste aus Mitleid, sondern Freunde voller Respekt. Wir feierten und lachten, wir demonstrierten und arbeiteten mit den Flüchtlingen, und wir erfuhren ihre Geschichten, ihre Sorgen und ihre Hoffnungen.
Nein, sie sind nicht nur Opfer, die nach unserer Hilfe verlangen. Sie sind Menschen, die teilweise unmenschliches auf sich genommen haben, um einfach ihre Chance auf ein menschenwürdiges Leben zu bekommen, auf das sie das gleiche Recht haben wie jeder Deutsche.
Unser durch die Medien geprägtes Bild von Afrika ist so sehr die Legende von bedauernswerten, hilflosen Wesen, denen wir am besten helfen können, indem wir für sie Brunnen bauen und sie nebenbei noch missionieren – zum Christentum oder zu einer kapitalistischen Weltanschauung. Aber wir haben starke Männer und Frauen getroffen, nicht Opfer, sondern würdevolle Kämpfer und Hoffnungsträger. Sie wollen keine Almosen, sie wollen keine herablassende Hilfe, sie wollen ihre Kultur, ihre Bildung, ihre Stärke nutzen und nicht verkümmern lassen. Sie wollen nicht hinter Gittern in Lagern vegetieren, sondern sie wollen arbeiten und leben. Ihre Kultur bereichert uns. Wer will schon nur Weißwurst, Sauerkraut und Volksmusik?
Who rocks you, baby? Africa rocks you!
Ohne die Gewürze, die Rhythmen, die Farben und die Gefühle der nicht europäischen Länder wäre Deutschland so blass wie unsere Haut nach diesem langen, kalten Winter.
Wir sollten nicht nur sagen “Refugees welcome”, weil wir helfen wollen, sondern auch, um selber reicher zu werden. Reicher an Freude und Leben.
Danke, Refugees vom Oranienplatz, dass wir Eure Gäste sein durften.
Und welcome, wann immer Ihr uns in Hamburg besucht.
Refugees Revolution
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